Über mich

Ich bin 1991 ohne Arme und Beine zur Welt gekommen, bin daher von Geburt an daran gewohnt, die Welt aus anderen Augen zu sehen und viel Kreativität zu entwickeln, um das Leben in die eigenen Hände zu nehmen!


Schülerleben

Janis McDavid beim Zeichnen für den Kunstunterricht. Mit dem Pinsel im Mund entsteht langsam das Werk.
Kunstprojekt 9. Klasse

Eine der ersten erfolgreichen Inklusionsgeschichten wurde 1998 bei meiner Einschulung geschrieben: Obwohl es wenige 100 Meter von meiner Schule eine Schule für körperbehinderte Menschen gegeben hätte, war es meinen Eltern immer wichtig, dass ich die Chance bekomme, mich an Menschen zu messen, die nicht mit körperlichen Besonderheiten geboren wurden. Das hat mich unheimlich angespornt und dazu motiviert, meine Unabhängigkeit noch weiter auszudehnen. Auch für mein späteres Leben in einer Welt, welche auf Menschen mit Armen und Beinen zugeschnitten ist, war dies eine wichtige Voraussetzung.

Das Bild aus dem Kunstunterricht ist fast fertig, etwas Farbe hab' jedoch auch ich abbekommen. Trotz schwarzem Streifen auf meinem Arm, hat es Spaß gemacht!
Das Zwischenergebnis

Aber auch für alle anderen Menschen ist es wichtig, dass die Inklusionsthematik in Deutschland erfolgreich wird, denn so wird Kindern bereits früh der Umgang mit Rollstuhlfahrern bzw. mit Menschen die andere Voraussetzungen haben als sie selber, beigebracht und nicht im späteren Leben durch einen plötzlichen Schicksals-schlag im Bekanntenkreis!


Unileben

Meine Universität habe ich auch in erster Linie nach ihrem akademischen Ruf ausgewählt und weniger nach ihrer Erfahrung mit Rollstuhlfahrern, denn meine Devise ist: Mein Rollstuhl ist immer zweitrangig und darf nie als Hinderungsgrund gelten! Die Frage der Barrierefreiheit kam erst an zweiter Stelle. So bin ich nun an der Universität Witten/Herdecke gelandet, einer kleinen privaten Uni im Ruhrpott. Da die Universität von ihren Studierenden ein selbständiges Arbeiten und Denken verlangt und uns dazu ermutigt, unser Leben selbst zu organisieren, fühle ich mich hier sehr wohl. Dies entspricht meinem Denken!

Hier stehe ich mit meinem Rollstuhl im Innenhof der Universität in London. Die Sonne scheint hier sogar mal. :)
An der Uni in London

 

Auch die Chance eines Auslandssemesters habe ich gerne in Anspruch genommen. Die 4 Monate in London waren sehr wichtig für mich, denn einerseits habe ich eine andere Kultur und eine andere Art zu leben kennenlernen dürfen, andererseits habe ich unter Beweis stellen können, dass es möglich ist, sich mit Rollstuhl in einem komplett anderen Umfeld zu bewegen. Mein Auto hatte ich in London natürlich dabei und habe das Fahren auf der "falschen" Straßenseite ohne Unfall gemeistert. Meine Jobsuche kann also durchaus geographisch ausgedehnt werden, ich bin nicht an zuhause gebunden!


Arbeitsleben

Das Bild entstand während meines Praktikums 2013. Ich sitze mit Anzug und Krawatte vor dem PC und arbeite fleißig.
Im Büro


Kann man als Rollstuhlfahrer am Arbeitsleben teilnehmen? Hat man hier überhaupt eine Chance? Viele Fragen, die sich so manch einer stellen mag. Nicht jedoch ich. Ich bin überzeugt davon, dass Rollstuhlfahrer einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenskultur beitragen und durch eine andere Art zu denken auch für Wettbewerbsvorteile sorgen können.

Denn meine fehlenden Arme und Beine stellen keine Einschränkung im Arbeitsleben dar, stattdessen bin ich es bereits von früher Kindheit an gewohnt, Assistenzkräfte anzuleiten und mir selbstständig Dinge beizubringen sowie kreative Lösungen für verschiedene Problemstellungen zu finden.

Ich bin hochmotiviert, verschiedene Unternehmen kennenzulernen und meine volle Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen.


Leben leben

Reisen gehört zu meinen größten Hobbys, hier war ich 2014 in Barcelona.
Im Urlaub in Barcelona

Eins meiner größten Hobbys ist das Reisen. Obwohl man denken könnte, ein Rollstuhlfahrer sei eingeschränkt in seiner Mobilität, gibt es mehr und mehr, die die Weiten unserer Erde für sich entdecken. Auch mir geht es so, ich bin oft unterwegs und liebe es, andere Länder / Kulturen kennen zu lernen. Außerdem ist dies mit die beste Möglichkeit, Anderen zu zeigen, dass man mit körperlichen Herausforderungen keineswegs ans heimische Sofa gefesselt ist!


Was ich sonst noch in meiner Freizeit mache: Ich liebe es, ins Kino zu gehen und fahre für einen Kino-Marathon gerne auch mal mehrere hundert Kilometer nach Aachen. Und wenn die Wise Guys eine Spezialnacht in Ulm veranstalten, sind mir auch 1.500 km für ein Wochenende nicht zu weit. Am liebsten bin ich natürlich auch in der Freizeit in einem Umfeld, welches barrierefrei ist und in dem ich mich frei bewegen kann. Ich hoffe, dass es davon zukünftig immer mehr geben wird!